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Nachlese: Maya

2006 Dezember 11
by Julia

Restaurant-Neueröffnungen sind ja so eine Sache: Man tritt meist an als Nachfolge eines mehr oder minder bekannten, berühmt oder berüchtigten Vorgängers, will vieles anders und alles besser machen und verhuddelt sich am Ende, wenn man nicht aufpasst. Was dann dazu führt, dass alles ein bisschen und nichts ganz fertig ist. So geschehen auch am Samstag in der Bonner Altstadt, bei der Eröffnung des Maya, Nachfolger der Cantina Mexicana. Letztere war einst ein gerne besuchtes mexikanisches Restaurant, bis sich die Beschwerden über nicht mehr allzu frisches Essen mehrten und die Besucher ausblieben. Die Nachfolger hatten mit diesem Erbe noch reichlich zu schaffen, wurden mit Unmengen Dreck in der Küche konfrontiert und schufteten bis zuletzt, damit zur Eröffnung ja auch alles gestrichen sei. Dies zu ihrer Ehre, denn auch die Absicht zählt. Leider wurde in der Eröffnungshektik wenig Energie in die Gestaltung der eigentlichen Party gelegt. 19 Uhr war angekündigt, reichlich früh. Um halb neun waren immer noch erst ein paar Menschen in den dunkelrot-blassblauen Räumlichkeiten. Empfangen wurde man nach einem langen Gang entlang der roten Wände von einem großen Tisch, auf dem verpackte Baguettes gestapelt, oder besser: abgelegt waren. Daneben eher unmotiviert ein bisschen Besteck, Servietten. Sonst nichts. Dies alles vermittelte eher das Gefühl, auf einer Party viel zu früh und deshalb noch gar nicht willkommen zu sein. Wäre ich aber gerne gewesen auf dieser Eröffnung. Vielleicht mit einem Gläschen Sekt (gibts ja günstig), ein paar hübsch dekorierten Häppchen, die mit ästhetischer Leichtigkeit von den Zeitverzögerungen in der Küche ablenken. Mit etwas konsistenterer Musik, einem Service, der die Krümel wegräumt, wenn die Baguettes dann irgendwann verzehrt sind. Und ein paar Dips zu den Tortilla-Chips. Auch diese müssen nicht teuer sein, es zählt die Geste. Vorgefunden habe ich eher das Feeling einer Studiparty im ersten Semester, alles noch Feten-Anfänger, keiner peilt die Planung, niemand hat eine Vorstellung davon, wieviel gegessen wird. Schade. Vielleicht gibts einen Neustart, eine Nochmal-Eröffnung, in der sich das Maya so präsentiert, wie es die Macher vermutlich haben möchten: eine moderne Location mit Latino-Einfluss, für einen Cocktailabend ebenso geeignet wie für ein nettes mexikanisches Essen und eine kulturelle Bereicherung der Bonner Szene. Auf ein Neues?

Luur ooch von Julia

3 Responses leave one →
  1. Dezember 15, 2006

    Hört sich ja eher enttäuschend an. Hast Du auch gegessen? Wie hat’s geschmeckt?

  2. Januar 25, 2007

    Fraglos lässt sich sagen, die Oliven sind den Besuch nicht wert. Über die bin ich allerdings nicht hinaus gekommen.
    Der Service ist zwar freundlich aber nicht allzu flott. Was vermutlich auch daran gelegen hat, dass sie weitgehend allein klar kommen musste.

Trackbacks and Pingbacks

  1. Oh mei, Maya « Culinaria und Shopping

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