Hendl Ade

Der Kampf um´s Metropol geht weiter, der um´s “Hähnchen” ist verloren, so er denn überhaupt stattgefunden hat. Am 24.12. ging im Bonner Traditionsgasthaus “Hähnchen” am Münsterplatz nach über 200 Jahren das letzte der selbigen über den Tresen. Ende aus.
“Schon zu kurfürstlichen Zeiten sollen Angehörige des Hofes und sogar der Kurfürst im “GOLDENEN HAHN” getafelt und getrunken haben. Als 1876 Johann Rieck dann das “HÄHNCHEN” übernahm, verkehrten nun viele Offiziere und Korpsstudenten hier. Seit 1963 bis 24.12.2006 wurde das “HÄHNCHEN” von der Familie Kresse geleitet.”
Der schnellen Demontage der Beschilderung nach zu urteilen, kann man eine Weiterverwendung im ursprünglichen Sinne wohl ausschließen.

Erwähnte DVD gibt´s hier, die kursiven Infos oben sind dort geklaut.
Luur ooch von Melanie
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Warum haben sie zugemacht?
Ich bin nicht sicher, ich glaube aus wirtschaftlichen Gründen. Aber irgendwie fehlt es im Internet gänzlich an Infos. Ich habe im Google Cache noch eine General Anzeiger Info aus 2004 zur Schließung des “Bären” des ältesten Gasthauses in Bonn gefunden, damals stand die Schließung des “Hähnchens” schon im Raum.
Neue Infos, im General-Anzeiger oder sonstigen Bonner Medien, scheint es nicht zu geben. (Allerdings ist die suche nach Hähnchen Bonn, etc. auch nicht ganz Fehlergebnis-Resistent.)
Laut Express hat hat die Aachener Grundvermögen Kapitalanlegegesellschaft das Haus vor anderthalb Jahren gekauft. Es soll grundsaniert und in drei Monaten als Starbucksfiliale eröffnen.
Geld fressen Stadtbild auf.
Ich will ja nicht immer den Konservator geben, aber das ist schon scheiße. Soviele Möglichkeiten gut bürgerlich zu essen gibt’s hier nicht, das lokal war immer gut besucht, vor allem im Sommer draußen. Und: Ich hab da schon nette Abstürze erlebt. Z.B. nach der ersten Examenshalbzeit… Mal wieder ein Sieg der Franchising-Kacke über das Alteingesessene. Übrigens wurde der Laden vor genau 130 Jahren als „Hof-Restauration“ gegründet.
Expressartikel
Naja und bevor es das Hähnchen wurde, war es bereits der “Goldene Hahn”, da fragt man sich doch, ob das nicht eigentlich schon wieder eine Sache für den Denkmalschutz gewesen wäre. Die schönen Buntglasfenster werden dann vermutlich auch bald Vergangenheit sein.