Titanenwurz ist der neue Knut
Berlin hat Knut, Nürnberg Flocke und Bonn Amorphophallus titanum. Heute soll es soweit sein: Wenn sich die Blüte der Titanwurz öffnet, ist der Botanische Garten am Poppelsdorfer Schloss bis spät abends geöffnet – am Samstag und Sonntag von 9 bis 22 Uhr.
Wer sich hinwagt, sollte sich auf einen übelen Gestank gefasst machen. Um Insekten anzulocken, täuschen die Blütenstände einen unangenehmen Aasgeruch vor. Die Tiere kriechen in den Kelch hinab, um dort ihre Eier zu legen und sichern auf diese Weise die Bestäubung der Pflanze. Die Larven müssen jedoch nach dem Ausschlüpfen verhungern. Für den üblen Geruch der blühenden Pflanze ist eine Reihe von schwefelhaltigen Verbindungen und Aminen verantwortlich. Aber mal ehrlich: Knut und Flocke stinken auch nicht schlecht, riecht man halt vor dem Fernseher nicht.
Über den Stand der Blüte informiert eine
Webcam. Eine Titanenwurz-Hotline (0228-734722) tut dasselbe, nur halt ohne Bilder.
Der von der Titanwurz produzierte Blütenstand stellt aus blütenbiologischer Sicht die größte Blume der Welt dar. Den Rekord hält derzeit die Titanenwurz der Wilhelma, des Zoologisch-Botanischen Gartens in Stuttgart. Ihr Blütenstand erreichte 2005 eine Höhe von 2,94 Metern und einem Umfang von 1,50 Metern. Zuvor hielt eine Bonner Titanenwurz den Rekord. Ihr Blütenstand erreichte 2003 eine Höhe von 2,74 Metern. Dort gab es 2006 wieder eine neue Blüte, die als erste Titanenwurz außerhalb ihrer eigentlichen Heimat, dem indonesischen Urwald, drei Blütenstände gleichzeitig hervorbrachte.
Luur ooch von Mark
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> Die Tiere kriechen in den Kelch hinab, um dort
> ihre Eier zu legen und sichern auf diese Weise die
> Bestäubung der Pflanze.
–>> Aaaausgesprochen raffinieeert. 8-))