Skip to content

Bonner Lichtblick: miaomio

2009 Mai 7
by Mark

Guter Pop ist eine Kunst, guter Pop aus Bonn ist ein Ding der Unmöglichkeit. Dachten wir. Miao Mio aber zeigen, dass es geht. Am Samstag feiern sie CD-Release im kult 41. Wir raten: Unbedingt mitfeiern! Anika Auweiler (Gitarre, Gesang), Eva Marxen (Bass, Gesang), Sarah Brasack (Keyboard, Gesang) und Sarah Tauscher (Schlagzeug, Gesang) heißen die Damen des Quartetts, die es gerade in die popupNRW Meisterklasse geschafft haben. Gründe genug für uns, mit dem Bonner Fräuleinwunder zu sprechen…

bnlog: Bonn und Pop passen so gar nicht zusammen. Mit Ausnahme von Rheinkultur gibt es vor allem Altherrenrock in kleineren Läden und die eher abgehalftert-langweilige Sommerrunde am Museumsplatz – mit Chris de Burg, Simple Minds. Jetzt kommen vier Ladies mit wunderbarem Indie-Pop und feiern ausgerechnet in Bonn ihre CD-Release. Was ist da falsch gelaufen?

Anika/miaomio: Vielleicht ist in den letzten Jahren ja auch was richtig gelaufen  ;-) ! Neben den beschriebenen Szenen gibt es nämlich eine stetig wachsende Indierock und -popszene im Köln/Bonner Raum. Dies liegt auch daran, dass Vereine wie das Bonner Musiknetzwerk relativ günstige Proberäume zur Verfügung stellen und selbst Newkommerwettbewerbe wie den Toys’to’masters organisieren. Dann gibt es da ja auch noch das Kult 41. Hier werden regelmäßig tolle Konzerte zum kleinen Preis geboten. Wer es also weniger konventionell aber doch melodisch mag, erlebt hier ein ziemlich aktive und zum Teil auch erfolgreiche (z.B. Voltaire, Lichter) Szene. Die Quantität von Berlin oder Hamburg kann die Bonner Szene also nicht erreichen,aber wenn man sich mal die wirklich erfolgreichen Bands aus Deutschland anguckt, sind diese ja auch selten hiesigen “Metropolen” entsprungen…

bnlog: Ok, aber heißt das jetzt miaomio gibt es, weil in Bonn eine Szene gewachsen ist oder weil pokulturelles Brachland gerade dazu einlädt beackert zu werden?

Anika/miaomio: Schon ersteres. Vor allem Eva ist seit Jahren in der Szene aktiv und hat hier schon in vielen Bands mitgewirkt. Zusammen mit Sarah Brasack ist sie Teil der Formation Astrophil & Stella, mit der die beiden auf der Rheinkultur aufgetreten sind. Dort haben sie auch unsere Schlagzeugerin kennengelernt. Die Kontakte von Eva und Sarah waren gerade am Anfang für uns  wichtig, um Konzerte und Unterstützung von anderen Musikern zu bekommen. Jetzt arbeiten wir gemeinsam daran, dass in Bonn weiterhin was passiert, organisieren Konzerte für Bands, tauschen uns mit anderen Bands aus und rocken Bonn natürlich so oft und so gut wie wir können. Bonn zur Popzentrale zu machen wird sicher nicht einfach, es wäre aber schon toll, wenn Bonn oder realisitischer der Raum Köln/Bonn so mit Popmusik assoziiert werden würde, wie z.B. Hamburg oder mittlerweile auch Mannheim. Aber bis dahin ist noch ein weiter Weg!

bnlog: Ähm, Bonn als das neue Mannheim? Kommen wir lieber zu euch – wie und wann habt ihr euch kennengelernt?

Anika/miaomio: Eva kenne ich schon seit Jahren. Wir haben auch mal in der WG zusammengewohnt. Sie und Sarah B. sind ebenfalls eng befreundet. Beim Kaffee kamen wir irgendwie auf coole Frauenbands zu sprechen und es war ziemlich schnell klar, dass wir selber in einer spielen wollen. Die Schlagzeugerin haben wir dann ner anderen Band quasi geraubt. Eva und Sarah B. kannten sie von der Rheinkultur her, wo alle drei mit anderen Bands aufgetreten waren.

miaomio1

bnlog: Wie würdet ihr eure Musik beschreiben?

Anika/miaomio: Unsere Musik ist definitiv eher Pop als Rock. Alles weitere entwickelt sich mit jeder Probe mehr zu einer Mischung aus Progpopsongwriterdiscopop – ja, ich glaub, das trifft es ganz gut.

bnlog: Und wie entsteht der Progpopsongwriterdiscopop? Wie läuft das Songwriting?

Anika/miaomio: Das Songwriting ist zunächst mal meist mein Part. Der findet zu hause statt. Entweder gibt es da ein paar Zeilen, für die ich eine Melodie suche, meistens spiele ich aber eine Zeit lang auf der Gitarre und entwickel daraus Stück für Stück eine Songstruktur. Dann folgt der Text. Manchmal kommt der wie aus einem Guss “direkt aus dem Bauch”, manchmal muss erst eine Art Platzhalter her – ich nenne das “Kraweltext” – der dann später durch passendere Worte ersetzt wird. Das Paket stelle ich der Band vor. Hier geht es in die zweite Phase. Wir spielen mit den Songfragmenten – vor allem der Beat verändert den Song manchmal noch erheblich. So entwickelt sich langsam ein neues Arrangement für das Lied und wird zum Song von miaomio.

bnlog: Am Samstag wird im kult eure erste CD vorgestellt, habt ihr die Produktion vorfinanziert?

Anika/miaomio: Wir hatten einen Finanzier – ein alter Freund von mir. Er heißt Peter VIkanis und ist ein großer Fan der Musik. Mit seiner Unterstützung konnten wir die Platte bei Dirk Baldringer aufnehmen. Der ist z.B. bekannt für seine Fähigkeit aus jedem Verstärker eine Wundermaschine zu zaubern und dafür, Toningeneur der Brings zu sein. Die sind musikalisch gesehen nicht unsere Vorbilder, aber die Platten klingen immer super. Ich finde, Dirk ist das bei unserer PLatte, die wir in nur zwei Wochen aufgenommen haben, auch gelungen.

bnlog: Das hört sich nach einem guten Start an. Wird es im Anschluss eine Tour von euch geben?

Anika/miaomio: Für Anfang Juni steht eine kleine Tour nach Berlin und Leizig an. Ansonsten spielen wir so oft wir können – letztlich könnte man das mittlerweile schon als Tour bezeichnen. Termine gibt’s übrigens unter www.myspace.com/miaomio einzusehen.

bnlog: Fein, wir sehen uns am Samstag, nächstes Jahr dann bestimmt auf der c/o Pop und natürlich als Headliner bei Rheinkultur!

In Concert: Samstag, 09.05.2009, 20:00 bis 22:00 – MIAO MIO + KASSETTE. Kulturförderverein Nordstadt e.V., Hochstadenring 41, Bonn. Eintritt: 5 €

Luur ooch von Mark

Leave a Reply

Note: You can use basic XHTML in your comments. Your email address will never be published.

Subscribe to this comment feed via RSS