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Millionenfalle World Conference Center Bonn (WCCB)

2010 Juli 20
by Mark

“Man kann es daher heute schon verstehen, diesen Versuch, auch vom neuen in der Sache unbelasteten Oberbürgermeister Jürgen Nimptsch, den Ruf der Stadt zu retten; das was davon noch zu retten ist. Denn das Desaster um das Bonner Kongresszentrum ist nicht einfach nur die Geschichte einer geplatzten Baufinanzierung. Eine ganze Stadt hat sich blamiert, hat sich erst verführen, dann vorführen lassen. Und das ausgerechnet bei jenem Vorhaben, für das ihr der Bund die historischen Stätten eines versunkenen Landes anvertraut hatte, der Bonner Republik.” Irgendwie ist das WCCB-Geschehen ja mitlerweile in die Stadtfolklore eingepreist und wird nur noch mit Achselzucken bedacht. Das ist zumindest mein Eindruck. Da ist es ganz hilfreich, dass es einen Blick von außen gibt. Der SPIEGEL zum Beispiel fragt: “Wie dumm darf sich eine Stadtverwaltung anstellen, bevor es kriminell wird? Die Stadt Bonn fiel mit einem riesigen Kongress-Bau auf einen Aufschneider aus Fernost herein. Auch Bundestag und Wasserwerk, die historischen Stätten der Bonner Republik, werden in den Skandal hineingezogen.” Hier wird der Fall noch einmal aufgerollt.

Der General-Anzeiger hat sich seit langem in feinster Journalistenmanier festgebissen am Thema. Darauf ein Tusch! Sehr gelungen, die Serie “Die Millionenfalle“. Zuletzt hat der GA den vollständigen Bericht des Rechnungsprüfungsamtes (RPA), das sich durch den WCCB-Dschungel gekämpft hat, veröffentlicht.

Luur ooch von Mark

5 Responses leave one →
  1. Matthias permalink
    Juli 20, 2010

    Beim Tusch für den GA bin ich dabei. Ich habe schon überlegt nur wegen dieser Serie den GA zu abonnieren.

  2. Juli 20, 2010

  3. Mark permalink*
    Juli 21, 2010

    Na, ein Abo ginge mir dann doch zu weit ;-) Das Niveau wird ja nicht durchgehend gehalten. Aber, dass der GA da so aufklärerisch unterwegs ist und auch die Ressourcen bereit stellt: Chapeau!

  4. Juli 23, 2010

    Ey, es geht bei dem Thema doch nicht nur um einen Imageverlust. Dieckmann und Mitstreiter haben der Stadt Bonn einen nachhaltig wirkenden finanziellen Verlust beschert, der so groß ist, dass es viele, viele Jahre dauern wird, bis er ausgeglichen ist.

    Mich wundert also , dass Bärbel Dieckmann kaum ein Thema bei allen Diskussionen rund um das WC(CB) darstellt. Ich kenne mich in Stadtverwaltungen nicht aus, aber auch dort muss es doch jemanden geben, der seine Rübe hinhalten muss, wenn so viele Millionen Euro leichtfertig und zum Schaden der Allgemeinheit in den Sand gesetzt wurden. Die Frage nach den persönlichen Vorteilen, die sie dadurch hatte, wage ich gar nicht zu stellen.

    Täglich wandern bei uns viele Menschen für weitaus geringere Vergehen, die dem Gemeinwesen Schaden zugefügt haben, in den Knast. Warum nicht auch Bärbel Dieckmann und ihre engsten Mitarbeiter? Offenbar sind vor dem Gesetz nicht alle gleich. Oder wie ist das zu erklären?

  5. Juli 29, 2010

    Hey JB, das ist aber auch die Frage im SPIEGEL: ““Wie dumm darf sich eine Stadtverwaltung anstellen, bevor es kriminell wird?”

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